EVALPSY
Arbeitsplatzevaluierung mit dem CAP
Der CAP ist ein wissenschaftlich fundierter, praxisnaher Fragebogen zur Arbeitsplatzevaluierung, welcher sich an den Anforderungen des ASchG und des Arbeitsinspektorats orientiert.


- Job-Demand-Control-Modell von Karasek (1979)
- Gratifikationskrisen-Modell / Effort-Reward-Imbalance-Modell (ERI) von Siegrist (1996)
- Arbeitsanforderungen-Arbeitsressourcen-Modell (JD-R) von Demerouti et al. (2000; 2001)
- Arbeitspsychologisches Stressmodell nach Bamberg et al. (2003)
- Belastungs-Beanspruchungsmodell von Rohmert & Rutenfranz (1975)
Das Job-Demand-Control-Modell beschreibt psychische Belastung als Ergebnis des Zusammenspiels zwischen Arbeitsanforderungen und dem Handlungsspielraum der Beschäftigten. Als negative Belastung werden Arbeitssituationen angesehen, in denen hohe Anforderungen mit einem geringen Maß an Entscheidungsspielraum einhergehen. Negative psychische Belastung entsteht demnach vor allem dann, wenn Mitarbeitende wenig Einfluss auf Arbeitsabläufe, Tempo oder Arbeitsinhalte haben. Das Modell ist insbesondere relevant, um Belastungen durch hohe geistige Anforderungen, Arbeitsmenge, Qualifikationsprobleme oder Orientierungs- und Informationsmängel zu erklären.

Dieses Modell geht davon aus, dass Gesundheitsrisiken dann entstehen, wenn zwischen dem Aufwand (Effort) und den erhaltenen Belohnungen (Rewards) ein Ungleichgewicht besteht. Besonders negativ belastend sind Situationen mit hohem Einsatz bei gleichzeitig geringer Anerkennung, unzureichender Bezahlung oder fehlender sozialer Wertschätzung. Das ERI-Modell ist somit zentral für das Verständnis von körperlichen, geistigen und emotionalen Belastungen, sozialer Unterstützung, Arbeitsfairness sowie unklaren Rollen und Orientierungsdefiziten.

Das JD-R-Modell unterscheidet zwischen Arbeitsanforderungen, die Energie kosten und Belastung erzeugen und Arbeitsressourcen, die motivierend wirken und Beanspruchungsfolgen abpuffern können. Hohe oder ungünstig gestaltete Anforderungen erhöhen das Risiko von Erschöpfung und Burnout, während ausreichend vorhandene Ressourcen (z.B. soziale Unterstützung oder Handlungsspielraum) diesen Effekten entgegenwirken. Relevant ist das Modell insbesondere für das Verständnis des Zusammenspiels von geistigen Anforderungen, sozialer Unterstützung, Informationsmängeln und fehlendem Handlungsspielraum.

Dieses umfassende Modell betrachtet Stress als Prozess, der durch verschiedene Stressoren, Risikofaktoren und Ressourcen beeinflusst wird. Neben Belastungen werden auch individuelle Bewertung, Bewältigungsstrategien und Stressfolgen berücksichtigt. Das Modell eignet sich besonders zur systematischen Analyse vielfältiger Belastungsarten, darunter körperliche, geistige und emotionale Belastungen sowie klimatische, akustische und visuelle Belastungen, Gerüche, Ausstattung und Arbeitsmittel sowie Gefahren am Arbeitsplatz.

In diesem Modell wird klar zwischen Belastungen als neutrale äußere Einflüsse der Arbeit und Beanspruchungen als individuelle, zeitlich folgende Reaktionen unterschieden. Beanspruchungsfolgen hängen sowohl von der Intensität der Belastung als auch von individuellen Voraussetzungen ab. Das Modell bildet eine zentrale Grundlage für die Betrachtung von Gesundheitsrisiken und Beanspruchungsfolgen.






